Optris CTlaser F6 Pyrometer

  • Eignung: CO-haltige Flammen- und Prozessgase
  • Messbereich: 200–1650 °C
  • Spektrum: 4,64 µm
  • Optik: 45:1
  • Ansprechzeit: 10 ms
  • Visier: Doppellaser

Das Optris CTlaser F6 ist ein stationäres Spezialpyrometer für die berührungslose Temperaturmessung von heißen CO-haltigen Flammen- und Prozessgasen. Gemessen wird nicht die Oberfläche eines Werkstücks hinter der Flamme, sondern die Wärmestrahlung des kohlenmonoxidhaltigen Gases selbst. Dafür arbeitet das CTlaser F6 bei 4,64 µm in einem auf CO abgestimmten Spektralbereich. Die Varianten F6 und F6H decken gemeinsam 200 bis 1650 °C ab; 45:1-Optik, 10 ms Ansprechzeit und Doppellaser unterstützen die Messung in Verbrennungsprozessen, chemischen Reaktoren und bei der kontinuierlichen Überwachung heißer Feuerraum-Austrittsgase.

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Was misst das Optris CTlaser F6 – und wofür wurde es entwickelt?

Bei der Gaspyrometrie wird die Temperatur nicht aus der Strahlung einer festen Oberfläche bestimmt. Heiße Gase emittieren und absorbieren Infrarotstrahlung in charakteristischen Spektralbereichen. Das CTlaser F6 nutzt deshalb einen schmalen Bereich um 4,64 µm, der auf kohlenmonoxidhaltige Gase abgestimmt ist. Die Messung zielt auf die Gastemperatur im optisch erfassten Messvolumen.

Optris nennt Verbrennungsprozesse, chemische Reaktoren und weitere Hochtemperaturprozesse als typische Einsatzfelder. Eine konkrete Anwendung ist die kontinuierliche Messung der Feuerraum-Austrittsgastemperatur (FEGT). Dort kann die Gastemperatur als Prozessgröße für Überwachung, Verbrennungsführung und Anlagenbetrieb genutzt werden.

Die Familie besteht aus zwei Temperaturvarianten: CTlaser F6 misst von 200 bis 1450 °C, CTlaser F6H von 400 bis 1650 °C. Die Angabe 200 bis 1650 °C beschreibt damit die gemeinsame Familienabdeckung und nicht den Messbereich eines einzelnen Geräts.

Wann passt das CTlaser F6 zu meiner Messaufgabe?

Der erste Auswahlpunkt ist das Messziel. Soll die Temperatur eines CO-haltigen Verbrennungs- oder Prozessgases selbst erfasst werden, ist das CTlaser F6 dafür spektral ausgelegt. Soll dagegen eine feste Oberfläche durch eine Flamme hindurch gemessen werden, ist CTlaser MT zu prüfen. Gas- und Objektmessung sind physikalisch unterschiedliche Aufgaben.

Der zweite Auswahlpunkt ist die Gasart. CTlaser F6 arbeitet bei 4,64 µm für CO-haltige Gase; CTlaser F2 nutzt 4,24 µm für CO2-haltige Gase. F2 und F6 besitzen ähnliche Temperatur-, Optik- und Dynamikdaten, sind aber nicht allein deshalb austauschbar. Entscheidend ist, welches Gas im relevanten Messvolumen die für die Messung nutzbare Strahlung liefert.

Anschließend folgt das Temperaturfenster. F6 deckt 200 bis 1450 °C ab, F6H 400 bis 1650 °C. Für die Auswahl sollten neben dem normalen Betrieb auch Anfahrzustände, Lastwechsel, Schwankungen und relevante Grenztemperaturen berücksichtigt werden.

Bei Gasen reicht eine klassische Messfleckbetrachtung nicht aus. Die 45:1-Optik beschreibt die geometrische Erfassung, während Gaszusammensetzung, Konzentration, wirksame optische Weglänge und das tatsächlich erfasste Gasvolumen die Messung zusätzlich beeinflussen. Der Doppellaser unterstützt die Ausrichtung des optischen Messwegs, liefert aber keine Information über Konzentration oder wirksame Schichtdicke.

Für F6-Anwendungen ist außerdem die reale Prozessgas-Situation relevant. Optris weist darauf hin, dass die Geräte unter definierter Atmosphäre kalibriert werden. Bei abweichenden Gasgemischen und Prozessbedingungen muss deshalb geprüft werden, wie gut die Kalibrierbedingungen die konkrete Anwendung abbilden.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Messziel, CO-Anteil und Gaszusammensetzung, Temperaturfenster, optische Weglänge, Messgeometrie und Prozessbedingungen werden gemeinsam betrachtet. Daraus lässt sich ableiten, ob F6 oder F6H passt – oder ob F2, CTlaser MT beziehungsweise eine andere Messlösung für die tatsächliche Messaufgabe erforderlich ist.

Wie lässt sich das CTlaser F6 in Verbrennungs- und Gasprozesse integrieren?

Das zweiteilige CTlaser-Konzept trennt Messkopf und Elektronikbox. Der Messkopf wird auf den relevanten Gasbereich ausgerichtet, während Bedienung, Parametrierung und elektrische Anschlüsse an einer zugänglichen Position bleiben. Messkopf und Elektronik sind bis 85 °C Umgebungstemperatur spezifiziert; bei eingeschaltetem Laser gilt für den Messkopf maximal 50 °C.

Für die Übergabe der Gastemperatur stehen analoge Strom- und Spannungssignale sowie Thermoelement K/J zur Verfügung. Je nach Konfiguration unterstützt die Plattform außerdem USB, RS232, RS485, Relais, Profibus DP, Modbus RTU und industrielle Ethernet-Protokolle wie PROFINET, EtherNet/IP und Modbus TCP.

Compact Connect und IRmobile ermöglichen Parametrierung und Messwertdarstellung. Funktionen wie Mittelwertbildung, Peak Hold, Valley Hold und Triggerfunktionen können genutzt werden, um die Messwertverarbeitung an den Prozess anzupassen. Bei einer FEGT-Messung oder Verbrennungsregelung muss insbesondere festgelegt werden, welcher Temperaturwert für die nachgelagerte Steuerungs- oder Überwachungsfunktion relevant ist.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition, Sichtlinie und optischer Weg werden mit Gas- und Prozessbedingungen, thermischer Belastung, Schutz- und Montagekonzept, Schnittstelle und Nutzung des Temperaturwerts in der Anlage abgestimmt. Bei Gaspyrometrie gehört die physikalische Messsituation damit genauso zur Integration wie die elektrische Anbindung.

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