Optris CSmicro LT Pyrometer

  • Eignung: Kompakte OEM-Integration
  • Messbereich: -50–1030 °C
  • Spektrum: 8–14 µm
  • Optik: bis 15:1
  • Ansprechzeit: 14 ms
  • Umgebung: Messkopf bis +120 °C

Das Optris CSmicro LT ist ein kompaktes langwelliges Pyrometer für berührungslose Temperaturmessungen in Maschinen, Anlagen und OEM-Produkten mit sehr begrenztem Einbauraum. Die Varianten LT02 und LT15 decken -50 bis 1030 °C ab und arbeiten im Spektralbereich von 8–14 µm, der besonders für viele hoch emittierende Oberflächen geeignet ist. Der M12-Messkopf misst nur Ø12 × 35 mm; die Elektronik sitzt im Anschlusskabel und ist damit räumlich von der eigentlichen Messstelle getrennt. Mit 14 ms Ansprechzeit, bis zu 15:1 optischer Auflösung und einer zulässigen Messkopftemperatur bis +120 °C eignet sich das CSmicro LT für kompakte Maschinenintegration ebenso wie für reproduzierbare OEM-Serienlösungen.

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Wann ist das CSmicro LT die richtige Wahl?

Das CSmicro LT ist vor allem dann interessant, wenn eine berührungslose Temperaturmessung konstruktiv in sehr wenig Bauraum untergebracht werden muss. Statt Sensor und Auswerteelektronik vollständig im Messkopf zu vereinen, sitzt die Elektronik im Kabel. Dadurch bleibt an der eigentlichen Messstelle ein kompakter M12-Kopf, der sich auch in engen Maschinenbereichen positionieren lässt.

Mit 8–14 µm ist die Plattform für viele Oberflächen mit hohem Emissionsgrad ausgelegt. Typische Einsatzfelder sind Kunststoff- und Polymerverarbeitung, organische Materialien, Keramiken, Glas, Halbleiter sowie nicht reflektierende Oberflächen. Bei blanken oder stark reflektierenden Metallen kann dagegen der niedrige oder wechselnde Emissionsgrad die Messung dominieren; hier sollten die kurzwelligen CSmicro 2M oder 3M geprüft werden.

Der große Temperaturbereich von -50 bis 1030 °C macht das LT zu einer universellen CSmicro-Variante. Das bedeutet aber nicht, dass es für jede Messaufgabe innerhalb dieses Bereichs automatisch die beste Lösung ist. Wenn kleinste Temperaturänderungen im niedrigen Temperaturbereich entscheidend sind, bietet LT HS eine höhere thermische Empfindlichkeit. Wenn der Messkopf dauerhaft Temperaturen oberhalb +120 °C ausgesetzt ist, ist CSmicro LTH mit bis zu +180 °C die naheliegende Vergleichsplattform.

Auch gegenüber dem einteiligen CS LT ist die Integrationslogik unterschiedlich: Beim CSmicro LT wird die Elektronik aus dem Messkopf herausverlagert. Das ist besonders dann relevant, wenn nicht nur der Durchmesser, sondern auch die verfügbare Einbautiefe und die thermische Belastung direkt an der Messstelle begrenzt sind.

LT02 oder LT15 – welche Optik passt zur Messgeometrie?

LT02 und LT15 besitzen denselben Temperatur- und Spektralbereich, unterscheiden sich aber deutlich in der Optik. LT02 arbeitet mit 2:1 und eignet sich damit eher für größere Messflächen oder kurze Abstände. LT15 bietet 15:1 und kann bei gleichem Abstand einen wesentlich kleineren Bereich erfassen.

Bei 400 mm Abstand nennt Optris für LT02 einen Messfleck von 200 mm, für LT15 dagegen 26,7 mm. Für kleine Zielbereiche stehen Close-Focus-Optionen zur Verfügung: beim LT02 2,5 mm bei 23 mm, beim LT15 bis 0,8 mm bei 10 mm beziehungsweise 3,4 mm bei 50 mm. Damit wird die Optik zu einer echten Auswahlentscheidung und nicht zu einem nachgelagerten Zubehörthema.

Die hohe Messgeschwindigkeit von 14 ms bei 70 Hz Abtastfrequenz unterstützt dynamische Maschinenprozesse. Ob diese Dynamik tatsächlich ausreicht, hängt jedoch von Objektgeschwindigkeit, Verweildauer im Messfeld und der gewählten Signalverarbeitung ab. Bei kleinen oder bewegten Zielen muss deshalb Messfleck und Prozessbewegung gemeinsam betrachtet werden.

Der Messkopf darf laut aktueller Optris-Spezifikation von -20 bis +120 °C betrieben werden. Die Elektronik im Kabel ist separat zu betrachten und bis +80 °C spezifiziert, bei der mA-Ausführung bis +75 °C. Gerade in thermisch belasteten Einbausituationen entscheidet deshalb auch die Position der Kabelelektronik über eine belastbare Integration.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Material und Oberflächenzustand, Temperaturfenster, Zielgröße, Arbeitsabstand, Prozessgeschwindigkeit, Einbauraum und thermische Belastung werden zusammen betrachtet. Daraus lassen sich LT02 oder LT15, Standard- oder Close-Focus-Optik und die passende Ausgangs- und Kabelkonfiguration ableiten.

Wie lässt sich das CSmicro LT in Maschine und Steuerung integrieren?

Je nach Ausführung stellt das CSmicro LT 0–10 V, 0–5 V, 0–1 V oder 4–20 mA bereit. Die 4–20-mA-Version unterstützt den 2-Leiter-Betrieb. Damit kann das Messsignal ohne zusätzliche Auswerteeinheit direkt in viele Steuerungs-, Überwachungs- und Regelungsaufgaben eingebunden werden.

Eine intelligente LED kann unter anderem für Alarmanzeige, Zielunterstützung, Selbstdiagnose oder Temperaturcode genutzt werden. Sie ersetzt jedoch kein Laser- oder Videovisier. Bei kleinen Messobjekten muss die Sensorposition deshalb konstruktiv über Arbeitsabstand, Messfleckberechnung und mechanische Befestigung abgesichert werden.

Für Parametrierung und digitale Kommunikation steht optional das Optris CS Kit mit USB zur Verfügung. Mit Compact Connect beziehungsweise IRmobile lassen sich Einstellungen wie Emissionsgrad und Skalierung anpassen; außerdem stehen Funktionen wie Average, Peak Hold, Valley Hold, Advanced Peak Hold und Triggerfunktionen zur Verfügung.

Für OEM-Serien ist die Bestellkonfiguration ein eigener Integrationspunkt. Optris führt unterschiedliche Analogausgänge, Optiken und Kabellängen. Die Standardleitung beträgt 0,5 m zwischen Messkopf und Elektronik plus 0,5 m danach; Optionen reichen laut aktueller Produktdokumentation bis 9 m. Eine einmal sauber definierte Konfiguration sollte deshalb als fester Bestandteil von Stückliste und Maschinenstandard dokumentiert werden.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition, Optik und Befestigung werden mit Einbauraum, Umgebungstemperatur, Kabelweg, Ausgangssignal und Steuerungsarchitektur abgestimmt. Bei Serienmaschinen gehört zusätzlich die eindeutige Definition von Bestellcode, Parametrierung und Zubehör zur technischen Freigabe.

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