Optris CTi 3M Pyrometer

  • Eignung: Metalle ab 30 °C
  • Messbereich: 30–1850 °C
  • Spektrum: 2,3 µm
  • Optik: bis 75:1
  • Ansprechzeit: 320 µs
  • Varianten: 6 Temperaturbereiche

Das Optris CTi 3M ist ein zweiteiliges Industriepyrometer für berührungslose Temperaturmessungen an Metallen und weiteren anspruchsvollen Oberflächen bereits ab 30 °C. Der erweiterte InGaAs-Detektor arbeitet bei 2,3 µm und erschließt damit Temperaturbereiche, in denen die kurzwelligen CTi-1M- und CTi-2M-Plattformen noch nicht eingesetzt werden können. Sechs Varianten decken 30 bis 1850 °C ab; die optische Auflösung reicht bis 75:1. Mit 320 µs Ansprechzeit und 1000 Hz Abtastfrequenz eignet sich CTi 3M zugleich für dynamische Prozesse. Der kompakte M12-Messkopf ist von der Elektronik getrennt und lässt sich dadurch auch an räumlich begrenzten Messstellen integrieren.

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Wann ist das CTi 3M die richtige Wahl?

CTi 3M wird interessant, wenn metallische Oberflächen bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen berührungslos erfasst werden müssen. Mit 2,3 µm bleibt die Messung deutlich kurzwelliger als bei klassischen 8–14-µm-Sensoren, während die untere Messgrenze bis auf 30 °C sinkt. Das erweitert die kurzwellige Metallmessung in Prozessbereiche, die mit CTi 2M oder CTi 1M nicht vollständig abgedeckt werden.

Bei Metall sollte trotzdem nicht automatisch die längste verfügbare Wellenlänge gewählt werden. Wenn das gesamte Temperaturfenster sicher von CTi 2M oder CTi 1M abgedeckt wird, ist die kürzere Wellenlänge in der Regel die bessere Vergleichsbasis, weil Emissionsgradänderungen bei kürzeren Wellenlängen einen geringeren Temperatureinfluss haben können.

Optris nennt neben Metallen und Sekundärmetallverarbeitung auch Metalloxide, Keramiken und Verbundwerkstoffe. Diese Materialbezeichnungen ersetzen jedoch keine Prüfung der realen Oberfläche. Oxidation, Beschichtung, Rauheit, Reflexionen und Hintergrundstrahlung können das Messergebnis weiterhin beeinflussen.

Eine Besonderheit von 2,3 µm ist, dass je nach Glasart und Transmission auch Messungen durch geeignete Sichtfenster möglich sein können. Das darf nicht pauschal vorausgesetzt werden: Material, Dicke, Beschichtung und spektrale Transmission des Fensters müssen zur Messaufgabe passen.

Welche CTi-3M-Variante passt zu Temperatur und Messgeometrie?

Die sechs Varianten staffeln den Temperatureinstieg und die Optik: 3MXL 30–350 °C mit 12:1, 3ML 50–475 °C mit 22:1, 3MH 100–600 °C mit 33:1 sowie 3MH1 150–1000 °C, 3MH2 200–1500 °C und 3MH3 250–1850 °C mit jeweils 75:1. Die höchste Temperaturgrenze ist deshalb nicht automatisch das wichtigste Auswahlkriterium.

Bei kleinen Messobjekten entscheidet die Optik häufig ebenso stark wie der Temperaturbereich. Mit Close Focus nennt Optris je nach Variante bis zu 1,5 mm bei 110 mm; mit CF1 sind bei ausgewählten Varianten bis zu 1,0 mm bei 30 mm möglich. Der relevante Objektbereich muss den Messfleck sicher ausfüllen.

Mit 320 µs reagiert die gesamte CTi-3M-Familie schnell. Die Abtastfrequenz beträgt 1000 Hz. Für kurze Prozessereignisse müssen trotzdem Sensorantwort, Werkstückgeschwindigkeit, Größe der Messzone, Signalverarbeitung und Steuerungszyklus gemeinsam betrachtet werden.

Der Messkopf ist für -20 bis +85 °C spezifiziert. Wenn die Umgebung darüber liegt, müssen Einbauposition, thermische Entkopplung und gegebenenfalls Schutz- oder Kühlmaßnahmen geprüft werden. Was wir bei der Auswahl konkret klären: minimale und maximale Objekttemperatur, Werkstoff und Oberflächenzustand, Zielgröße, Arbeitsabstand, Prozessdynamik, Sichtfenster und thermische Einbaubedingungen. Daraus werden Variante, Optik und Messposition abgeleitet und zugleich geprüft, ob CTi 3M oder eine kürzerwellige CTi-Plattform die robustere Lösung ist.

Wie lässt sich das CTi 3M in Maschine und Prozess integrieren?

Das CTi 3M trennt den kompakten M12-Messkopf von der Elektronikbox. Dadurch bleibt die Messstelle klein, während Parametrierung, Signalverarbeitung und Schnittstellen an einer zugänglichen Position untergebracht werden können. Der Messkopf ist austauschbar; nach einem Wechsel muss die korrekte Zuordnung beziehungsweise Kalibrierinformation gemäß aktuellem CTi-Manual übernommen werden.

Analog stehen 0/4–20 mA, 0–5 V, 0–10 V, Thermoelement Typ K und Alarm zur Verfügung. USB-C ist integriert. Optional nennt Optris RS232, RS485, Ethernet und Relais sowie EtherNet/IP, Ethernet TCP, Modbus TCP, Modbus RTU und PROFINET.

Average, Peak Hold, Valley Hold, Advanced Peak Hold und Triggerfunktionen können über CompactPlus Connect oder IRmobile parametriert werden. Damit lässt sich nicht nur das Ausgangssignal, sondern auch die Messwertlogik an bewegte Werkstücke, Spitzenwerte oder definierte Prozessfenster anpassen.

Beim CTi 3M ist die Kabelregel anders als beim CTi 2M: Optris erlaubt ausdrücklich eine Kürzung des Sensorkabels um maximal 3 m. Diese Möglichkeit sollte trotzdem erst nach Festlegung der finalen Einbausituation genutzt und für Serienmaschinen eindeutig dokumentiert werden.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition, Optik, Kabelführung, thermische Belastung, Analog- oder Digitalschnittstelle, Signalverarbeitung und Servicekonzept werden mit Maschinenaufbau und Steuerungsarchitektur abgestimmt. Bei OEM-Serien sollte die freigegebene Sensor-, Kabel- und Interface-Konfiguration eindeutig in Stückliste und Dokumentation übernommen werden.

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