Optris Xi 640 LT USB Wärmebildkamera

  • Eignung: Detailreiche Flächen- & Prozessmessung
  • Messbereich: -20–900 °C
  • Auflösung: 640 × 480 px
  • Bildrate: 32 Hz
  • Optiken: 22° / 36° / 65°
  • Integration: USB · PC-/IPC-basiert

Die Optris Xi 640 LT USB ist eine kompakte stationäre Wärmebildkamera für industrielle Anwendungen, in denen kleine thermische Strukturen, mehrere eng benachbarte Messbereiche oder detaillierte Temperaturverteilungen sicher unterschieden werden müssen. Mit 640 × 480 radiometrischen Pixeln bietet sie die höchste räumliche Auflösung innerhalb der Xi Compact Line und liefert Wärmebilder mit 32 Hz. Der langwellige Spektralbereich von 8–14 µm eignet sich für zahlreiche Kunststoffe, Keramiken, organische Materialien, Verbundwerkstoffe und ausreichend hoch emittierende Metalloberflächen; der Messbereich reicht von -20 bis 900 °C. Drei fest konfigurierte Optiken von 22° × 17° bis 65° × 45° und motorisierter Fokus ermöglichen die Anpassung an Arbeitsabstand und Messfeld. Die Xi 640 arbeitet nativ über USB und benötigt für radiometrische Bildauswertung und Prozesslogik einen PC oder IPC mit PIX Connect beziehungsweise einer kundenspezifischen Software. Damit ist sie besonders interessant, wenn Messdetail und VGA-Auflösung wichtiger sind als autonomer Betrieb oder maximale Bildrate.

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640 × 480 Pixel bedeuten zunächst mehr Bildinformation. Für die Auswahl entscheidend ist aber, ob diese zusätzliche räumliche Auflösung in der realen Messaufgabe benötigt wird. Der Vorteil entsteht vor allem dann, wenn kleine thermische Strukturen innerha

640 × 480 Pixel bedeuten zunächst mehr Bildinformation. Für die Auswahl entscheidend ist aber, ob diese zusätzliche räumliche Auflösung in der realen Messaufgabe benötigt wird. Der Vorteil entsteht vor allem dann, wenn kleine thermische Strukturen innerhalb eines größeren Sichtfelds erkannt, mehrere Messbereiche voneinander getrennt oder Temperaturverteilungen detaillierter beurteilt werden müssen.

Die Xi 640 ist damit nicht automatisch die bessere Wahl gegenüber Xi 400 oder Xi 410. Xi 400 arbeitet mit bis zu 80 Hz deutlich schneller, Xi 410 bietet Ethernet und autonomen Betrieb. Xi 640 setzt den Schwerpunkt dagegen auf 307.200 radiometrische Messpixel und damit auf räumliches Detail.

Optris definiert für eine belastbare Temperaturmessung ein MFOV von 4 × 4 Pixeln. Die kleinste relevante Temperaturzone muss dieses Feld sicher ausfüllen. Gerade hier kann die höhere Pixelzahl helfen: Bei vergleichbarem Sichtfeld stehen mehr Pixel für kleinere Strukturen zur Verfügung.

Typische Aufgaben sind Qualitätskontrolle, thermische Prozessanalyse, Prüfstände oder Maschinenprozesse, in denen nicht nur ein Hot Spot gefunden, sondern dessen Lage, Ausdehnung oder thermisches Umfeld genauer bewertet werden soll.

Xi 640, Xi 400 oder Xi 410 – welche Kamera passt zur Aufgabe?

Die drei langwelligen Xi-Modelle lösen unterschiedliche Anforderungen. Xi 640 bietet 640 × 480 Pixel bei 32 Hz und ist USB-/PC-basiert. Xi 400 liefert 382 × 288 Pixel, dafür bis zu 80 Hz. Xi 410 arbeitet mit 384 × 240 Pixeln und 25 Hz über Ethernet und kann zusätzlich autonom betrieben werden.

Wenn kleine Details oder viele Messbereiche im selben Bild entscheidend sind, spricht die höhere räumliche Auflösung für Xi 640. Bei schnellen thermischen Vorgängen kann Xi 400 geeigneter sein. Wenn Ethernet, PoE oder ein Betrieb ohne permanenten PC gefordert sind, verschiebt sich die Auswahl zur Xi 410.

Auch der Temperaturbereich unterscheidet sich: Xi 640 ist mit -20 bis 900 °C spezifiziert. Xi 400 und Xi 410 können in entsprechenden Konfigurationen bis 1500 °C eingesetzt werden. Hohe Auflösung ersetzt deshalb nicht die Prüfung des benötigten Temperaturfensters.

Die Produktauswahl sollte damit über vier Fragen erfolgen: Wie klein ist die relevante thermische Struktur? Wie schnell verändert sie sich? Welche Temperatur muss gemessen werden? Und soll die Auswertung über USB/PC oder Ethernet beziehungsweise autonom erfolgen?

Welche Optik passt zu Messfeld und kleinster Temperaturzone?

Für die Xi 640 stehen drei fest konfigurierte Optiken zur Verfügung: 22° × 17°, 36° × 26° und 65° × 45°. Die Optik wird mit der Kamera bestellt und kann später nicht ausgetauscht werden.

Die 22°-Optik bietet mit 550:1 die höchste geometrische Auflösung. Bei 350 mm Mindestabstand nennt Optris ein IFOV von 0,3 mm und ein MFOV von 1,2 mm. Bei 36° beträgt das MFOV 2,0 mm; die 65°-Optik erreicht 2,8 mm bei 250 mm Mindestabstand.

Eine engere Optik eignet sich für kleinere Zielbereiche oder größere Arbeitsabstände. Die breite 65°-Optik ist sinnvoll, wenn aus begrenztem Abstand eine größere Fläche erfasst werden muss. Entscheidend ist, wie viele Pixel die kleinste relevante thermische Struktur im konkreten Aufbau belegt.

Der motorisierte Fokus wird über PIX Connect eingestellt. Das erleichtert Inbetriebnahme und Anpassung an unterschiedliche Distanzen, verändert aber nicht das fest vorgegebene Sichtfeld der gewählten Optik.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Kleinste relevante Temperaturzone, Anzahl und Abstand der Messbereiche, Arbeitsabstand, benötigtes Sichtfeld, Prozessgeschwindigkeit und Temperaturbereich. Daraus ergibt sich, ob die VGA-Auflösung tatsächlich benötigt wird und welche Optik die Aufgabe geometrisch abbildet.

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