Optris CTi LTfast Pyrometer

  • Eignung: Schnelle Industrieprozesse
  • Messbereich: -50–1050 °C
  • Ansprechzeit: bis 6 ms
  • Optik: bis 25:1
  • Spektrum: 8–14 µm
  • Umgebung: Messkopf bis +125 °C

Das Optris CTi LTfast ist ein zweiteiliges Infrarot-Pyrometer für Prozesse, in denen Temperaturänderungen innerhalb weniger Millisekunden erfasst und für Überwachung oder Regelung bereitgestellt werden müssen. Die drei Varianten LT02F, LT15F und LT25F decken -50 bis 1050 °C ab und kombinieren 8–14 µm Spektralbereich mit Ansprechzeiten von 30, 9 beziehungsweise 6 ms. Damit richtet sich LTfast besonders an schnelle Förder-, Verpackungs-, Elektronik- und andere dynamische Prozesse mit hoch emittierenden beziehungsweise nicht reflektierenden Oberflächen. Der kompakte austauschbare Messkopf arbeitet bis +125 °C ohne Kühlung; Signalverarbeitung, Parametrierung und Maschinenanbindung erfolgen über die separate CTi-Elektronik.

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Wann ist CTi LTfast die richtige Wahl?

LTfast wird nicht allein wegen seines großen Temperaturbereichs ausgewählt, sondern wenn die zeitliche Auflösung der Messung zum Prozess passen muss. Optris positioniert die Serie ausdrücklich als Sensoreingang für schnelle Regelkreise. Entscheidend ist deshalb, wie lange das relevante Temperaturereignis tatsächlich sichtbar ist und wie schnell das Messsignal in der Steuerung benötigt wird.

Die Varianten unterscheiden sich deutlich: LT02F arbeitet mit 2:1 und 30 ms, LT15F mit 15:1 und 9 ms, LT25F mit 25:1 und 6 ms. Die schnellste Variante ist also zugleich die mit der höchsten optischen Auflösung. Trotzdem wird nicht automatisch LT25F gewählt: Messbereich, Zielgröße, Arbeitsabstand und Prozessgeschwindigkeit müssen gemeinsam passen.

Der Spektralbereich 8–14 µm eignet sich besonders für hoch emittierende Oberflächen wie viele Kunststoffe, Polymere, organische Materialien, Keramiken und nicht reflektierende Oberflächen. Bei blanken oder stark reflektierenden Metallen kann eine kurz- oder mittelwellige CTi-Variante die bessere Wahl sein – auch wenn deren nominelle Ansprechzeit ähnlich attraktiv erscheint.

Wenn der Prozess keine Millisekunden-Reaktion benötigt, ist CTi LT häufig die wirtschaftlich und messtechnisch naheliegendere Vergleichsbasis. LTfast sollte dort eingesetzt werden, wo seine höhere Dynamik einen konkreten Vorteil für Erkennung, Regelung oder Qualitätssicherung liefert.

Welche Variante passt zur Prozessdynamik und Messgeometrie?

LT02F deckt -50 bis 600 °C ab und bietet 2:1 Optik bei 30 ms. LT15F und LT25F reichen bis 1050 °C; mit 15:1 bei 9 ms beziehungsweise 25:1 bei 6 ms eignen sie sich für kleinere Messflächen, größere Abstände und schnellere Vorgänge. Die Variantenwahl ist deshalb keine reine Temperaturentscheidung. Bei bewegten Objekten ist die Verweilzeit des Messobjekts im Messfleck entscheidend. Ein 6-ms-Sensor kann nur dann einen Vorteil liefern, wenn Messfleck, Objektgeschwindigkeit, Abtastrate, Signalverarbeitung und SPS-Zyklus zusammenpassen. Optris nennt für CTi LTfast eine interne Abtastfrequenz von 10 kHz; das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder externe Ausgang mit 10 kHz nutzbar ist.

Neben dem normalen Messsignal beschreibt Optris einen besonders schnellen Instant-Ausgang. Die aktuelle Produktdarstellung nennt dabei 4 ms bei 50 % Signal, während für das reguläre LT25F-Messsignal 6 ms bei 90 % angegeben werden. Diese Werte beschreiben unterschiedliche Signalbedingungen und dürfen nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Der Messkopf ist für -20 bis +125 °C spezifiziert. Damit kann er nahe an warmen Maschinenbereichen eingesetzt werden, ohne dass automatisch eine Kühlung erforderlich ist. Bei noch höherer thermischer Belastung ist CTi LThot die sinnvollere Vergleichsplattform.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Dauer des Temperaturereignisses, Objektgeschwindigkeit, Material und Emissionsgrad, Temperaturfenster, Zielgröße, Arbeitsabstand, Messkopfumgebung und benötigte Reaktionszeit der Steuerung. Daraus lässt sich ableiten, ob LT02F, LT15F oder LT25F den Prozess wirklich abbildet – oder ob eine andere CTi-Plattform besser passt.

Wie wird CTi LTfast in schnelle Maschinenprozesse integriert?

Der kompakte M12×1-Messkopf und die separate CTi-Elektronik trennen Messstelle und Bedien-/Schnittstellenebene. Das erleichtert die mechanische Integration an engen oder thermisch belasteten Stellen, während Display, Parametrierung, Signalverarbeitung und Schnittstellen außerhalb der eigentlichen Messposition zugänglich bleiben.

Die CTi-Plattform bietet analoge Ausgänge wie 0/4–20 mA, 0–5 V, 0–10 V und Thermoelement sowie digitale Schnittstellen und Industrial-Ethernet-Optionen. Für schnelle Regelaufgaben reicht es jedoch nicht, nur eine schnelle Sensorvariante zu wählen: Der ausgewählte Ausgang, Filter- und Hold-Funktionen, Buszyklus und die SPS-Verarbeitung müssen die benötigte Dynamik ebenfalls übertragen.

Optris nennt Average, Peak Hold und Valley Hold sowie weitere getriggerte Signalverarbeitungsfunktionen. Gerade bei kurzen Ereignissen sollte bewusst entschieden werden, ob das Rohsignal möglichst schnell weitergegeben, ein Peak gehalten oder eine andere Verarbeitung eingesetzt wird. Eine zu starke Mittelung kann den Vorteil eines schnellen Sensors wieder reduzieren.

Der Messkopf ist austauschbar. Für Serienmaschinen sollte trotzdem die freigegebene Kombination aus Messkopfvariante, Optik, Kabellänge, Parametrierung, Ausgang und Grenzwerten dokumentiert werden. So bleibt die Messfunktion bei Wiederholmaschinen und im Service reproduzierbar.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition und Objektbewegung, mechanische Befestigung, Messfleck, Kabelweg, Messkopftemperatur, Signalweg, Parametrierung und SPS-Zyklus werden gemeinsam betrachtet. Entscheidend ist, dass die hohe Sensordynamik nicht an einer langsameren Stelle der Signalkette verloren geht.

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