Optris PI 640i LT Wärmebildkamera

  • Eignung: Detailreiche Prozess-, Prüf- & Forschungsaufgaben
  • Messbereich: -20 bis 1500 °C
  • Auflösung: 640 × 480 px
  • Bildrate: 32 Hz · Linescan bis 125 Hz
  • Optiken: 15° bis 120° · austauschbar
  • Integration: USB · optional GigE/PoE · PC-/IPC-basiert

Die Optris PI 640i LT ist eine hochauflösende stationäre Wärmebildkamera für industrielle Prozessüberwachung, Forschung und Prüfaufgaben, bei denen kleine thermische Strukturen innerhalb eines größeren Messfelds sicher unterschieden werden müssen. Mit 640 × 480 radiometrischen Pixeln liefert sie VGA-Auflösung bei 32 Hz; im Linescan-Modus sind bis zu 125 Hz möglich. Der langwellige Spektralbereich von 8–14 µm eignet sich für zahlreiche Kunststoffe, Keramiken, Verbundwerkstoffe, organische Materialien, Halbleiter und ausreichend hoch emittierende Oberflächen. Der Messbereich reicht – abhängig von der Kalibrierung – von -20 bis 1500 °C. Für die PI 640i stehen austauschbare, zur Kamera kalibrierte Optiken von 15° × 11° bis zum 120° × 100° Ultraweitwinkel sowie spezielle Mikroskopoptiken zur Verfügung. Die USB-basierte Precision-Line-Kamera wird über PIX Connect oder kundenspezifische PC-/IPC-Software ausgewertet und kann über Prozessschnittstellen in automatisierte Prüf- und Produktionssysteme eingebunden werden.

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Wann bringt 640 × 480 Pixel einen messbaren Vorteil?

Die höhere Pixelzahl der PI 640i ist vor allem dann relevant, wenn kleine Temperaturzonen innerhalb eines größeren Sichtfelds getrennt erfasst werden müssen. Mehr Pixel bedeuten nicht automatisch eine bessere Messung – sie schaffen aber mehr räumliche Information für dieselbe betrachtete Fläche.

Das kann beispielsweise bei Leiterplatten, Bauteilen, Qualitätsprüfungen, thermischen Homogenitätsanalysen oder mehreren eng benachbarten Messbereichen entscheidend sein. Die Kamera kann häufig weiter vom Objekt entfernt positioniert werden und dennoch eine ausreichende Pixelbelegung des relevanten Bereichs erreichen.

Die PI 640i sollte deshalb nicht allein über ‚VGA-Auflösung‘ ausgewählt werden. Entscheidend ist die kleinste relevante Temperaturzone im Verhältnis zu Arbeitsabstand und Sichtfeld. Optris weist ausdrücklich darauf hin, dass eine hochauflösende Kamera kleinere Ziele messen kann, weil jeder Pixel eine kleinere physische Fläche abdeckt.

Auch zukünftige Messaufgaben können die Auflösungsreserve rechtfertigen. Wenn später kleinere Produkte, größere Sichtfelder oder zusätzliche Messbereiche hinzukommen, kann die höhere räumliche Auflösung verhindern, dass die Kameraplattform gewechselt werden muss.

Welche Optik passt – von Tele bis 120° Ultraweitwinkel?

Die PI 640i bietet ein ungewöhnlich breites Optikspektrum: 15° × 11°, 33° × 25°, 60° × 45°, 90° × 64° und 120° × 100°. Damit kann dieselbe Kameraplattform sowohl kleine Zielbereiche aus größerer Entfernung als auch sehr breite Prozesszonen bei engem Einbauraum erfassen.

Die 15°-Optik erreicht mit 800:1 die höchste optische Auflösung und eignet sich für kleine Zielbereiche beziehungsweise größere Arbeitsabstände. Am anderen Ende ermöglicht die 120°-Optik ein extrem breites Sichtfeld und kann sinnvoll sein, wenn große Flächen aus kurzer Distanz vollständig erfasst werden müssen.

Die Optiken sind austauschbar, müssen aber mit der konkreten Kamera kalibriert sein. Werden mehrere Sichtfelder benötigt, sollten die entsprechenden Optiken möglichst bereits bei der Erstkonfiguration berücksichtigt werden. In PIX Connect wird anschließend die zur montierten Optik gehörende Kalibrierung ausgewählt.

Zusätzlich stehen Mikroskopoptiken für sehr kleine Strukturen zur Verfügung. Damit reicht die PI-640i-Plattform von großflächiger Prozessüberwachung bis zur thermischen Analyse auf Bauteil- und Chip-Ebene.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Kleinste relevante Temperaturzone, gesamtes Sichtfeld, Arbeitsabstand, Einbauraum und mögliche spätere Messaufgaben. Daraus ergibt sich, ob die VGA-Auflösung benötigt wird und welche kalibrierten Wechseloptiken – gegebenenfalls einschließlich Mikroskopoptik – sinnvoll sind.

32 Hz Vollbild oder 125 Hz Linescan – was braucht der Prozess?

Bei voller Auflösung liefert die PI 640i 32 radiometrische Bilder pro Sekunde. Für viele stationäre oder moderat bewegte Prozesse reicht diese Rate aus und verbindet hohe räumliche Auflösung mit kontinuierlicher Temperaturauswertung.

Für kontinuierlich bewegte Materialien kann der Linescan-Modus mit 640 × 120 Pixeln und bis zu 125 Hz genutzt werden. Dabei wird nicht das vollständige VGA-Bild mit 125 Hz übertragen; die höhere Rate gilt für den reduzierten Linescan-Bereich.

Diese Unterscheidung ist für die Auslegung wichtig. Wer 125 Hz benötigt, muss prüfen, ob die Messaufgabe mit dem Linescan- beziehungsweise Subframe-Konzept abgebildet werden kann. Für schnelle zweidimensionale Vollbildprozesse ist 32 Hz die maßgebliche Rate.

Die notwendige Bildrate ergibt sich aus Objektgeschwindigkeit, Größe der relevanten Temperaturzone und gewünschter zeitlicher Auflösung. Erst gemeinsam mit der optischen Pixelbelegung lässt sich beurteilen, ob PI 640i die Prozessdynamik ausreichend erfasst.

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