Optris CTlaser F2 Pyrometer

  • Eignung: CO2-haltige Flammen- und Prozessgase
  • Messbereich: 200–1650 °C
  • Spektrum: 4,24 µm
  • Optik: 45:1
  • Ansprechzeit: 10 ms
  • Visier: Doppellaser

Das Optris CTlaser F2 ist ein stationäres Spezialpyrometer für die berührungslose Temperaturmessung von heißen CO2-haltigen Flammen- und Prozessgasen. Im Unterschied zu einem klassischen Oberflächenpyrometer soll hier nicht ein festes Objekt, sondern die Wärmestrahlung des Gases selbst erfasst werden. Dafür arbeitet das CTlaser F2 bei 4,24 µm in einem für Kohlendioxid relevanten Spektralbereich. Die Varianten F2 und F2H decken gemeinsam 200 bis 1650 °C ab; 45:1-Optik, 10 ms Ansprechzeit und Doppellaser unterstützen die Ausrichtung und Integration in Verbrennungsprozesse, Müllverbrennung und chemische Reaktoren.

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Was misst das Optris CTlaser F2 – und wofür wurde es entwickelt?

Gaspyrometrie unterscheidet sich grundlegend von der Temperaturmessung einer festen Oberfläche. Gasmoleküle emittieren und absorbieren Infrarotstrahlung in charakteristischen Spektralbereichen. Das CTlaser F2 nutzt deshalb einen schmalen Bereich um 4,24 µm, der auf CO2-haltige heiße Gase abgestimmt ist. Die Messung zielt damit auf die Gastemperatur im optisch erfassten Messvolumen – nicht auf eine Oberfläche hinter der Flamme.

Typische Einsatzfelder sind Prozesse, in denen die Temperatur des Verbrennungsgases selbst eine relevante Prozessgröße ist. Optris nennt insbesondere Verbrennungsoptimierung, Müllverbrennungsanlagen und chemische Reaktoren. Die spektrale Auswahl ist dabei keine Zusatzfunktion, sondern Teil des Messprinzips: Ist nicht CO2 das relevante strahlende Gas, muss eine andere Sensorlösung geprüft werden.

Die Serie besteht aus zwei Temperaturvarianten. CTlaser F2 misst von 200 bis 1450 °C, CTlaser F2H von 400 bis 1650 °C. Die häufig genannte Spanne 200 bis 1650 °C beschreibt deshalb die Familienabdeckung und nicht den Messbereich eines einzelnen Geräts.

Wann passt das CTlaser F2 zu meiner Messaufgabe?

Der erste Auswahlpunkt ist nicht der Temperaturbereich, sondern die Frage, was tatsächlich gemessen werden soll. Soll die Temperatur eines CO2-haltigen Flammen- oder Prozessgases erfasst werden, ist das CTlaser F2 dafür spektral ausgelegt. Soll dagegen die Temperatur eines Werkstücks oder einer Ofenoberfläche durch eine Flamme hindurch gemessen werden, handelt es sich um eine andere Messaufgabe.

Der zweite Punkt ist die Gaszusammensetzung. Die 4,24-µm-Messung adressiert CO2. Das CTlaser F6 arbeitet dagegen bei 4,64 µm und ist für CO-haltige Verbrennungsgase vorgesehen. F2 und F6 werden deshalb nach relevantem Zielgas ausgewählt – nicht danach, welcher Temperaturbereich auf den ersten Blick besser passt.

Für eine Messung durch Flammen ist wiederum CTlaser MT zu prüfen. Diese Serie arbeitet bei 3,9 µm und soll die Temperatur einer Objektoberfläche hinter beziehungsweise durch eine Flamme erfassen. F2 = CO2-Gastemperatur, F6 = CO-Gastemperatur und MT = Objektmessung durch Flammen sind drei unterschiedliche Messaufgaben.

Bei der Variantenwahl folgt anschließend das Temperaturfenster: F2 deckt 200 bis 1450 °C ab, F2H 400 bis 1650 °C. Der reale Prozess sollte einschließlich Anfahrzuständen, Schwankungen und relevanten Grenztemperaturen innerhalb des gewählten Bereichs liegen.

Die 45:1-Optik beschreibt die geometrische Erfassung, darf bei Gasen aber nicht wie bei einer festen Oberfläche isoliert interpretiert werden. Neben Sichtlinie und Arbeitsabstand beeinflussen Gaszusammensetzung, Konzentration beziehungsweise wirksame optische Weglänge und das tatsächlich erfasste Gasvolumen die Messung. Der Doppellaser hilft bei der Ausrichtung des optischen Messwegs, zeigt aber weder Gaszusammensetzung noch die wirksame Gasschicht an.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Messziel, relevante Gasart, Gaszusammensetzung, Temperaturfenster, optischer Weg, Messgeometrie und Prozessbedingungen werden gemeinsam geprüft. Daraus lässt sich ableiten, ob F2 oder F2H passt – oder ob F6, CTlaser MT beziehungsweise eine andere Messlösung für die tatsächliche Messaufgabe erforderlich ist.

Wie lässt sich das CTlaser F2 in Verbrennungs- und Gasprozesse integrieren?

Das zweiteilige CTlaser-Konzept trennt den Messkopf am Prozess von der Elektronikbox für Bedienung, Parametrierung und elektrische Anbindung. Der Messkopf kann bis 85 °C Umgebungstemperatur ohne externe Kühlung eingesetzt werden; bei eingeschaltetem Laser gilt maximal 50 °C. Für thermisch oder atmosphärisch belastete Messstellen stehen Kühl-, Luftspül- und Montagekomponenten zur Verfügung.

Für die Übergabe der Gastemperatur stehen analoge Strom- und Spannungssignale sowie Thermoelement K/J zur Verfügung. Je nach Konfiguration unterstützt die Plattform außerdem USB, RS232, RS485, Relais, Profibus sowie Modbus RTU und industrielle Ethernet-Protokolle wie PROFINET, EtherNet/IP und Modbus TCP.

Compact Connect und IRmobile ermöglichen Parametrierung und Messwertdarstellung. Für die Prozessintegration ist entscheidend, welche Rolle die Gastemperatur übernimmt: kontinuierliche Prozessüberwachung, Verbrennungsregelung, Grenzwertüberwachung oder Datenaufzeichnung stellen unterschiedliche Anforderungen an Signal, Aktualisierung und Weiterverarbeitung.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition, Sichtlinie und optischer Weg werden mit Umgebungseinflüssen, Schutz- und Montagekonzept, Schnittstelle und Nutzung des Temperaturwerts in der Anlage abgestimmt. Bei Gaspyrometrie gehört die physikalische Messsituation damit genauso zur Integration wie die elektrische Schnittstelle.

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