Optris CTi LTex Pyrometer

  • Eignung: Ex-Bereiche / Zone 1
  • Messbereich: ab -50 °C bis ca. 1000 °C*
  • Spektrum: 8–14 µm
  • Optik: bis 22:1
  • Ex-Konzept: 2 Zenerbarrieren
  • Umgebung: Messkopf bis +180 °C*

Das Optris CTi LTex ist die explosionsgeschützte Ausführung der zweiteiligen CTi-LT-Plattform für berührungslose Temperaturmessungen in explosionsgefährdeten Bereichen. Der passive Messkopf wird über zwei zugelassene Zenerbarrieren energiebegrenzt und kann damit – im Rahmen der freigegebenen Ex-Auslegung – in Zone 1 eingesetzt werden. Die langwellige Messung bei 8–14 µm ist für hoch emittierende beziehungsweise nicht reflektierende Oberflächen ausgelegt. Je nach freigegebener LT-Messkopfvariante werden Temperaturen ab -50 °C bis in den Bereich um 1000 °C und optische Auflösungen bis 22:1 abgedeckt. Die CTi-Elektronik und die Zenerbarrieren sind in einem Aluminiumgehäuse zusammengeführt. Damit verbindet LTex die CTi-Mess- und Schnittstellenplattform mit einem definierten Konzept für explosionsgefährdete Messstellen – ersetzt aber nicht die anlagenbezogene Ex-Auslegung.

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Wann ist das CTi LTex die richtige Wahl?

CTi LTex wird dann relevant, wenn eine berührungslose CTi-LT-Temperaturmessung nicht nur messtechnisch, sondern auch hinsichtlich des explosionsgefährdeten Bereichs ausgelegt werden muss. Der wesentliche Unterschied zum normalen CTi LT liegt deshalb nicht in einem grundsätzlich anderen Messprinzip, sondern im zusätzlichen Ex-Konzept aus passivem Messkopf, Energiebegrenzung und Zenerbarrieren.

Optris beschreibt den Messkopf als passiv installierbar und nennt zugelassene Zenerbarrieren von STAHL für Zone 1. Für die Produktauswahl reicht die Aussage „ATEX“ trotzdem nicht aus. Ex-Zone, Gas-/Staubumgebung, Gerätekategorie, Zündschutzart, Installationsort der Elektronik, Potentialausgleich und die tatsächlich gültigen Herstellerunterlagen müssen zur konkreten Anlage passen.

Messtechnisch bleibt LTex eine langwellige LT-Lösung. 8–14 µm eignet sich vor allem für Oberflächen mit hohem Emissionsgrad, etwa viele Kunststoffe, organische Materialien, Keramiken, Beschichtungen und nicht reflektierende Oberflächen. Für blanke oder stark reflektierende Metalle sollte eine dafür geeignete kurz- oder mittelwellige Lösung geprüft werden – unabhängig davon, ob die Messstelle im Ex-Bereich liegt.

Für nicht explosionsgefährdete Anwendungen ist CTi LT die naheliegende Vergleichsbasis. Der zusätzliche Ex-Aufbau bringt nur dann einen Nutzen, wenn die Anlagenanforderung ihn tatsächlich verlangt.

Was muss bei Messaufgabe und Ex-Konzept gemeinsam festgelegt werden?

Die Auswahl beginnt mit der Messaufgabe: Oberfläche, realer Temperaturbereich, Zielgröße und Arbeitsabstand bestimmen, welche LT-Optik beziehungsweise Messkopfkonfiguration messtechnisch passt. Erst danach ist zu prüfen, ob genau diese Konfiguration innerhalb der für LTex freigegebenen Ex-Ausführung verwendet werden kann.

Die optische Auflösung reicht je nach LT-Variante bis 22:1. Für kleine Messflächen können Close-Focus-Optionen relevant sein. Der Messfleck muss die tatsächlich zu bewertende Oberfläche sicher erfassen; ein Ex-konformer Aufbau kompensiert keine ungeeignete Messgeometrie.

Auch die thermische Einbausituation bleibt wichtig. Optris nennt für die LTex-/LT-Plattform hohe zulässige Messkopftemperaturen bis 180 °C, während die Elektronik im LTex-Aufbau deutlich niedrigere Umgebungstemperaturen besitzt. Messkopf, Kabelweg, Barrieren und Elektronikgehäuse müssen deshalb nicht nur elektrisch, sondern auch thermisch sinnvoll positioniert werden.

Die aktuelle Optris-Darstellung ist bei einzelnen Leistungswerten nicht vollständig konsistent: Produktseite, Serienübersicht und ältere Unterlagen nennen teilweise unterschiedliche obere Messgrenzen, Ansprechzeiten und Temperaturgrenzen. Für eine Ex-Anwendung dürfen solche Werte nicht aus unterschiedlichen Dokumentgenerationen zusammengesetzt werden. Maßgeblich muss die aktuell freigegebene LTex-Dokumentation für die konkrete Bestellkonfiguration sein.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Ex-Zone und Anlagenanforderung, Messobjekt und Emissionsgrad, Temperaturfenster, Zielgröße und Arbeitsabstand, Umgebungstemperaturen, Kabelweg, Position von Zenerbarrieren und Elektronik sowie benötigte Schnittstellen. Daraus wird eine konkrete LTex-Konfiguration abgeleitet, die messtechnische und Ex-Anforderungen gemeinsam betrachtet.

Wie wird das CTi LTex in Anlage und Steuerung integriert?

Zum LTex-System gehören laut Optris ein Aluminiumgehäuse mit Montagevorrichtung für zwei Zenerbarrieren und die CTi-Elektronik sowie zwei Zenerbarrieren des Typs 02/22-032-300-111. Die Barrieren begrenzen die zum passiven Messkopf übertragene Energie. Damit ist die Trennung zwischen Ex-Messstelle und Elektronik-/Barrierenkonzept ein zentraler Bestandteil der Installation.

Die CTi-Elektronik bietet die für die Plattform typischen analogen und digitalen Integrationsmöglichkeiten. Dazu gehören 0/4–20 mA, 0–5 V, 0–10 V und Thermoelement-Ausgänge sowie – abhängig von der konkreten Interface-Konfiguration – USB, RS232, RS485, Relais, Modbus und Industrial-Ethernet-Protokolle. Die Schnittstelle zur SPS ist jedoch getrennt von der Ex-Freigabe der Messstelle zu betrachten.

Das CTi LTex ist ausdrücklich kein Zweileitersensor. Optris warnt davor, Versorgungsspannung an die Analogausgänge anzulegen. Wenn eine echte 2-Leiter-Lösung gefordert ist, verweist der Hersteller auf die CSmicro-Serie. Diese Information gehört bereits in die Konzeptphase, weil Verdrahtung und Barrieren nicht erst nachträglich passend gemacht werden sollten.

Für Serienmaschinen sollte die freigegebene Kombination aus Messkopf, Optik, Kabellänge, Ex-Komponenten, Elektronik, Interface und Installationsschema dokumentiert werden. Bei Änderungen an Kabelweg, Zone, Schnittstelle oder Messkopf ist zu prüfen, ob die bestehende Freigabe weiterhin trägt.

Was wir bei der Integration konkret klären: Montageort des Messkopfs, Ex-Grenze, Barrieren- und Elektronikposition, Kabelwege, Versorgung, Analog-/Digitalschnittstelle und Anlagensteuerung werden als Gesamtsystem betrachtet. Ziel ist keine pauschale „ATEX-Lösung“, sondern eine technisch nachvollziehbare Konfiguration für die konkrete Messstelle.

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