Optris CTi LThot Pyrometer

  • Eignung: Heiße Einbauumgebungen
  • Messbereich: -50–1050 °C
  • Spektrum: 8–14 µm
  • Optik: 2:1 / 10:1
  • Ansprechzeit: bis 40 ms
  • Umgebung: Messkopf bis +250 °C

Das Optris CTi LThot ist ein zweiteiliges Infrarot-Pyrometer für Messstellen, an denen nicht nur das Messobjekt heiß ist, sondern auch der Sensor selbst dauerhaft hoher thermischer Belastung ausgesetzt wird. Der Messkopf arbeitet ohne zusätzliche Kühlung bei Umgebungstemperaturen bis +250 °C und misst berührungslos von -50 bis 1050 °C. Mit 8–14 µm ist die Serie für hoch emittierende beziehungsweise nicht reflektierende Oberflächen ausgelegt, etwa viele Kunststoffe, organische Materialien, Keramiken, Beschichtungen und vergleichbare Werkstoffe. Zur Auswahl stehen LT02H mit 2:1-Optik und LT10H mit 10:1-Optik. Die separate CTi-Elektronik stellt analoge und digitale Schnittstellen für die Maschinenintegration bereit. Der eigentliche Auswahlvorteil des LThot liegt damit nicht in einem größeren Objekttemperaturbereich als beim CTi LT, sondern in der deutlich höheren zulässigen Temperatur direkt am Messkopf.

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Wann ist CTi LThot statt CTi LT die richtige Wahl?

CTi LThot wird dann interessant, wenn die Messstelle selbst so heiß ist, dass ein normaler Sensorkopf thermisch an seine Grenze kommt. Optris nennt als typische Einsatzfelder unter anderem Trockner, Öfen, Wärmebehandlungsprozesse sowie Kunststoff-, Textil- und Halbleiteranwendungen. Der Messkopf ist bis +250 °C Umgebung spezifiziert und benötigt innerhalb dieses Bereichs keine zusätzliche Kühlung.

Der Unterschied zum CTi LT ist deshalb klar: Beide Plattformen arbeiten langwellig bei 8–14 µm und decken – je nach LT-Variante – hohe Objekttemperaturen ab. CTi LT erreicht am Messkopf maximal 180 °C, CTi LThot 250 °C. Liegt die reale thermische Belastung sicher unter der LT-Grenze, ist LThot nicht automatisch die bessere Lösung.

Auch die Oberfläche bleibt Teil der Entscheidung. 8–14 µm passt besonders zu hoch emittierenden Zielen. Bei blanken oder stark reflektierenden Metallen kann ein kurz- oder mittelwelliges CTi-Modell geeigneter sein. Eine hohe zulässige Umgebungstemperatur löst kein ungeeignetes Spektralproblem.

Die Varianten LT02H und LT10H besitzen denselben Objekttemperaturbereich von -50 bis 1050 °C. Die Auswahl erfolgt deshalb primär über Messgeometrie und Dynamik: LT02H arbeitet mit 2:1 und 45 ms, LT10H mit 10:1 und 40 ms.

Was entscheidet über eine stabile Messung bei bis zu 250 °C Umgebung?

Die Angabe +250 °C beschreibt die zulässige Umgebungstemperatur des Messkopfs – nicht automatisch jede beliebige Einbausituation in einem heißen Prozess. Strahlungswärme, Wärmeleitung über die Befestigung, heiße Prozessgase, Verschmutzung und lokale Temperaturspitzen können die reale thermische Belastung zusätzlich verändern. Deshalb sollte die Sensorposition nicht allein anhand der Lufttemperatur festgelegt werden.

Beim LThot ist die Messgeometrie eng mit der thermischen Konstruktion verbunden. Ein größerer Abstand kann den Sensor aus einer besonders heißen Zone herausbringen, vergrößert aber zugleich den Messfleck. LT10H mit 10:1 kann deshalb bei kleinerer Zielfläche oder größerem Arbeitsabstand sinnvoller sein als LT02H mit 2:1.

Für LT10H steht zusätzlich eine Close-Focus-Optik mit 3 mm Messfleck bei 30 mm Abstand zur Verfügung. Das kann bei kleinen Messobjekten helfen, führt den Messkopf aber sehr nah an die Wärmequelle. Optischer Vorteil und thermische Belastung müssen deshalb gemeinsam bewertet werden.

Die Reaktionszeit liegt bei 45 ms für LT02H und 40 ms für LT10H. Das ist für viele kontinuierliche thermische Prozesse ausreichend. Bei sehr schnellen Temperaturereignissen sollte dagegen geprüft werden, ob CTi LTfast oder eine andere schnellere Plattform die Prozessdynamik besser abbildet.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Reale Temperatur am Einbauort, Strahlungs- und Leitungswärme, Oberfläche und Emissionsgrad, Objekttemperatur, Zielgröße, Arbeitsabstand und Prozessgeschwindigkeit werden gemeinsam betrachtet. Daraus ergibt sich, ob LThot tatsächlich notwendig ist und ob LT02H oder LT10H zur Messstelle passt.

Wie wird CTi LThot in Maschine und Prozess integriert?

Der robuste LThot-Messkopf besitzt ein M18×1-Gewinde und ist mit einem massiven Edelstahlgehäuse ausgeführt. Optris nennt für den Sensorkopf Ø29,5 × 55 mm. Die Elektronik bleibt räumlich getrennt und ist für 0 bis +85 °C spezifiziert. Damit kann der Messkopf in der heißen Zone sitzen, während Anzeige, Parametrierung und Schnittstellen an einer thermisch günstigeren Position angeordnet werden.

Für die Maschinenanbindung stehen 0/4–20 mA, 0–5 V, 0–10 V und Thermoelement-Ausgänge zur Verfügung. Die CTi-Plattform unterstützt außerdem USB-C sowie optionale Schnittstellen wie RS232, RS485, Relais, Modbus RTU und verschiedene Industrial-Ethernet-Protokolle. Welche Schnittstelle sinnvoll ist, hängt von SPS, Zykluszeit, Diagnosebedarf und Maschinenstandard ab.

Die Standardkabellänge zwischen Messkopf und Elektronik beträgt beim LThot 3 m; Optris führt außerdem 8 m und 15 m. Gerade bei heißen Einbauräumen sollte die Position der Elektronik früh festgelegt werden, damit Kabelweg und thermische Trennung konstruktiv sauber gelöst sind.

Für LT10H ist Close Focus verfügbar. Zusätzlich nennt Optris Zubehör wie Montageelemente, Visierrohre, Luftspülvorsätze und Kühlzubehör. Kühlung sollte beim LThot aber nicht reflexartig vorgesehen werden: Der Nutzen des Produkts liegt gerade darin, Messkopftemperaturen bis 250 °C ohne zusätzliche Kühlung zu beherrschen. Erst oberhalb der zulässigen Belastung oder bei besonderen lokalen Einflüssen wird ein weiteres Schutzkonzept relevant.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messkopfposition, thermische Belastung, Befestigung, Messfleck, Kabelweg, Elektronikposition, Ausgangssignal und Schnittstelle werden mit der Maschinenkonstruktion abgestimmt. Für Wiederholmaschinen sollten diese Punkte als freigegebene Konfiguration dokumentiert werden.

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