Optris CTi G5 Pyrometer

  • Eignung: Glasprozesse
  • Messbereich: 50–1650 °C
  • Spektrum: 5,0 µm
  • Optik: bis 20:1
  • Ansprechzeit: ab 70 ms
  • Umgebung: Messkopf bis +85 °C

Das Optris CTi G5 ist ein spezialisiertes Pyrometer für die berührungslose Temperaturmessung von Glas in industriellen Hochtemperaturprozessen. Der Spektralbereich von 5,0 µm nutzt die Strahlungseigenschaften von Glas gezielt und reduziert gegenüber einer langwelligen Messung den Einfluss reflektierter Umgebungsstrahlung. Je nach Variante deckt die Serie 50 bis 1650 °C ab. G5L bietet 14:1 optische Auflösung und 90 ms Ansprechzeit, G5H 20:1 und 70 ms. Der kompakte M12-Messkopf arbeitet bis 85 °C Umgebungstemperatur und lässt sich austauschen. Damit eignet sich CTi G5 besonders für Behälterglas, Flach- und Fahrzeugglas sowie weitere Prozesse, in denen Temperatur, Messposition und spektrale Eindringtiefe des Glases gemeinsam betrachtet werden müssen.

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Warum ist 5,0 µm für die Temperaturmessung von Glas relevant?

Glas ist für Infrarotmessungen kein einheitlich „undurchsichtiges“ Material. Wie viel Strahlung aus welcher Tiefe erfasst wird, hängt stark von der Wellenlänge, der Glaszusammensetzung, Beschichtungen und der Temperatur ab. Genau deshalb ist die spektrale Auswahl beim CTi G5 Teil der Messaufgabe und nicht nur eine Geräteeigenschaft.

Optris beschreibt für 5,0 µm eine hohe Emissionsstabilität in heißen Glasprozessen und eine deutlich geringere Empfindlichkeit gegenüber reflektierter Hintergrundstrahlung als im langwelligen Bereich von 8–14 µm. Zugleich stammt das erfasste Temperatursignal laut aktueller CTi-Dokumentation ungefähr aus dem obersten Millimeter des Glases. Die Messung ist damit oberflächennah, aber nicht im Sinne einer mathematisch idealen, ausschließlich äußersten Oberfläche zu verstehen.

Das ist für die Auswahl entscheidend: Soll bewusst eine andere Schichttiefe beziehungsweise ein anderes thermisches Verhalten des Glases erfasst werden, können andere Spektralbereiche sinnvoller sein. Auch Beschichtungen, Low-E-Schichten oder spezielle Glaszusammensetzungen können die spektralen Eigenschaften verändern und müssen vor einer Serienfreigabe berücksichtigt werden.

Für niedrige Glastemperaturen kann zudem eine langwellige Messung geeigneter sein. CTi G5 ist deshalb vor allem dann stark, wenn ein heißer Glasprozess im Bereich ab 50 °C beziehungsweise 100 °C bis 1650 °C mit einer für Glas geeigneten 5-µm-Messung überwacht werden soll.

G5L oder G5H – welche Variante passt zum Prozess?

CTi G5L deckt 50 bis 1000 °C ab und arbeitet mit 14:1 optischer Auflösung. CTi G5H beginnt bei 100 °C, reicht bis 1650 °C und bietet mit 20:1 die höhere optische Auflösung. Die Auswahl richtet sich deshalb nicht nur nach der maximalen Temperatur, sondern auch nach Messobjektgröße und Arbeitsabstand.

G5H reagiert mit 70 ms etwas schneller als G5L mit 90 ms. Für bewegtes Glas, kurze Takte oder Temperaturmessungen entlang einer Produktionslinie muss trotzdem geprüft werden, wie lange der relevante Glasbereich tatsächlich im Messfeld liegt. Eine hohe interne Abtastfrequenz allein ersetzt diese Betrachtung nicht.

Wenn wesentlich kleinere Messflecken, größere Arbeitsabstände oder eine optische Ausrichtung mit Laser benötigt werden, sollte CTlaser G5 als alternative Bauform geprüft werden. CTi G5 spielt seine Stärke dagegen mit dem kompakten austauschbaren M12-Messkopf und der getrennten Elektronik aus.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Glasart und Beschichtung, gewünschte Messtiefe, reales Temperaturfenster, Zielgröße, Arbeitsabstand, Messwinkel und Prozessgeschwindigkeit werden gemeinsam betrachtet. Daraus lässt sich ableiten, ob G5L oder G5H passt und ob 5,0 µm die richtige spektrale Lösung für die konkrete Glasaufgabe ist.

Wie lässt sich das CTi G5 in Glasmaschinen und Anlagen integrieren?

Der Messkopf ist mit Ø12 × 35 mm und M12×1 kompakt aufgebaut und über ein Sensorkabel mit der separaten Elektronik verbunden. Die Elektronik übernimmt Parametrierung, Anzeige und Prozessanbindung. Der Messkopf ist austauschbar; das erleichtert Service und Lifecycle, ohne dass die komplette Elektronik an der Messstelle ersetzt werden muss.

Für die Steuerungsanbindung stehen analoge Ausgänge wie 0/4–20 mA, 0–5/10 V und Thermoelement-Signale sowie Alarmfunktionen zur Verfügung. USB-C ist integriert; weitere Kommunikationsschnittstellen und industrielle Protokolle sind abhängig von der gewählten Schnittstellenkonfiguration.

Die Parametrierung erfolgt über CompactPlus Connect oder IRmobile. Average, Peak Hold, Valley Hold und erweiterte Hold-Funktionen ermöglichen eine Anpassung an bewegte oder taktende Glasprozesse. Entscheidend ist, die Signalverarbeitung so zu wählen, dass reale Temperaturänderungen nicht durch zu starke Glättung verloren gehen.

Der Messkopf ist bis +85 °C Umgebungstemperatur spezifiziert. In heißen Glasmaschinen müssen zusätzlich Strahlungswärme, Einbauabstand, Luftführung und Wärmeleitung über die Befestigung betrachtet werden. Die nominelle Umgebungstemperatur allein beschreibt die thermische Belastung an der Messstelle nicht vollständig.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition und Sichtlinie werden mit Glasbewegung, Zielgröße, Einbauraum, thermischer Belastung, Kabelweg, Schnittstelle und der späteren Signalverarbeitung abgestimmt. Für Serienmaschinen sollten Sensorvariante, Einbaugeometrie, Parametrierung und Schnittstellenkonfiguration anschließend eindeutig dokumentiert werden.

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