Optris PI 450i LT Wärmebildkamera

  • Eignung: Feine Temperaturunterschiede & warme Umgebungen
  • Messbereich: -20 bis 1500 °C
  • Auflösung: 382 × 288 px
  • Bildrate: 80 Hz · umschaltbar auf 27 Hz
  • Thermische Empfindlichkeit: bis 40 mK
  • Umgebung: bis 80 °C laut aktueller Herstellerseite

Die Optris PI 450i LT ist eine schnelle industrielle Wärmebildkamera für Prozesse, in denen geringe Temperaturunterschiede sicher erkannt werden müssen oder die Kamera erhöhten Umgebungstemperaturen ausgesetzt ist. Sie erfasst 382 × 288 radiometrische Pixel mit bis zu 80 Hz und deckt – abhängig von der gewählten Kalibrierung – Temperaturen von -20 bis 1500 °C ab. Mit einer thermischen Empfindlichkeit von bis zu 40 mK kann sie feinere Temperaturunterschiede auflösen als die PI 400i; zugleich ist die PI 450i laut aktueller Herstellerangabe für Umgebungstemperaturen bis 80 °C ausgelegt. Der Spektralbereich von 8–14 µm eignet sich für zahlreiche Kunststoffe, Keramiken, organische Materialien, Verbundwerkstoffe und ausreichend hoch emittierende Oberflächen. Vier austauschbare, zur Kamera kalibrierte Optiken von 18° × 14° bis 80° × 54° erlauben die Anpassung an unterschiedliche Messfelder und Arbeitsabstände. Die USB-basierte Kamera wird mit PIX Connect oder kundenspezifischer PC-/IPC-Software betrieben und lässt sich über Prozessschnittstellen in Maschinen und Anlagen integrieren.

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Wann ist die PI 450i statt der PI 400i die bessere Wahl?

PI 400i und PI 450i besitzen dieselbe Auflösung von 382 × 288 Pixeln, dieselbe maximale Bildrate von 80 Hz, denselben Spektralbereich von 8–14 µm und dieselben vier Wechseloptiken. Die PI 450i ist deshalb keine höhere Auflösungsstufe, sondern eine empfindlichere und thermisch robustere Variante innerhalb derselben Plattform.

Der wichtigste Unterschied ist die thermische Empfindlichkeit. Optris spezifiziert für die PI 450i 40 mK mit 29°-, 53°- und 80°-Optik sowie 60 mK mit 18°. Bei der PI 400i liegen die entsprechenden Werte bei 75 beziehungsweise 100 mK. Die PI 450i kann damit kleinere Temperaturdifferenzen im Bild unterscheiden.

Der zweite Unterschied ist die zulässige Umgebungstemperatur. Die aktuelle Optris-Produktseite nennt für die PI 450i einen Betrieb bis 80 °C. Das kann bei Einbauorten in Maschinen, Trocknungsanlagen oder wärmeren Produktionsbereichen entscheidend sein und den Aufwand für zusätzliche Kühlung reduzieren.

Wenn weder sehr kleine Temperaturdifferenzen noch eine erhöhte Umgebungstemperatur relevant sind, kann die PI 400i technisch ausreichen. Die PI 450i sollte gezielt gewählt werden, wenn ihre höhere Empfindlichkeit oder thermische Belastbarkeit einen messbaren Vorteil für die Anwendung bringt.

Wann ist eine hohe thermische Empfindlichkeit wirklich relevant?

Die thermische Empfindlichkeit beschreibt, wie kleine Temperaturunterschiede die Kamera voneinander unterscheiden kann. Ein niedriger NETD-Wert ist deshalb besonders relevant, wenn nicht die absolute Hochtemperaturmessung, sondern feine Temperaturverteilungen oder geringe Abweichungen innerhalb einer Fläche erkannt werden sollen.

Das betrifft beispielsweise Qualitätskontrollen, thermische Homogenitätsprüfungen, Forschung, Elektronik- oder Materialuntersuchungen und Prozesse, in denen kleine lokale Temperaturänderungen früh erkannt werden müssen. Die höhere Empfindlichkeit kann thermische Strukturen sichtbar machen, die bei einer weniger empfindlichen Kamera im Bild schwächer differenziert erscheinen.

Eine hohe Empfindlichkeit ersetzt jedoch keine geeignete Messgeometrie. Ist die relevante Zone kleiner als das optisch aufgelöste Messfeld, hilft auch ein niedriger NETD nicht. Ebenso bleiben Emissionsgrad, Reflexion, Fokus und Umgebungsbedingungen für die absolute Temperaturmessung entscheidend.

Die Auswahl sollte deshalb zwischen zwei Fragen unterscheiden: Wie klein ist der räumliche Messbereich – und wie klein ist der Temperaturunterschied, der darin erkannt werden soll?

Welche Wechseloptik passt zur Messaufgabe?

Für die PI 450i stehen 18° × 14°, 29° × 22°, 53° × 38° und 80° × 54° zur Verfügung. Die 18°-Optik bietet das engste Sichtfeld und die höchste geometrische Auflösung; die 80°-Optik erfasst aus kurzer Distanz eine deutlich größere Fläche.

Die Optiken der Precision Line können im Feld gewechselt werden. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Optik mit der konkreten Kamera kalibriert wurde. Ein beliebiges Objektiv kann daher nicht ohne passende Kalibrierung eingesetzt werden, wenn die spezifizierte radiometrische Genauigkeit erhalten bleiben soll.

Wenn bereits bei Projektstart mehrere Messgeometrien absehbar sind, sollten die benötigten Optiken gemeinsam mit der Kamera vorgesehen werden. Das schafft Flexibilität für spätere Produktformate, Prüfaufgaben oder Anlagenvarianten, ohne die gesamte Kameraplattform austauschen zu müssen.

Bei der Auslegung werden Arbeitsabstand, Zielgröße, Sichtfeld und kleinste relevante thermische Struktur zusammen betrachtet. Erst daraus ergibt sich, welche Optik die benötigte Pixelbelegung erreicht.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Größe der relevanten Temperaturzone, erwartete Temperaturdifferenzen, Arbeitsabstand, Sichtfeld, Umgebungstemperatur und mögliche spätere Geometrieänderungen. Daraus ergibt sich, ob die höhere Empfindlichkeit der PI 450i benötigt wird und welche kalibrierten Wechseloptiken sinnvoll sind.

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