Optris CTlaser 1M Pyrometer

  • Eignung: Heiße Metalle
  • Messbereich: 485–2200 °C
  • Spektrum: 1,0 µm
  • Optik: bis 300:1
  • Ansprechzeit: 1 ms
  • Visier: Doppellaser

Das Optris CTlaser 1M ist ein stationäres Hochtemperatur-Pyrometer für die berührungslose Messung heißer Metall-, Metalloxid- und Keramikoberflächen. Mit seinem kurzwelligen Spektralbereich von 1,0 µm ist es auf Messaufgaben ausgelegt, bei denen sich der Emissionsgrad metallischer Oberflächen verändern kann und langwellige Universalpyrometer schnell an Grenzen stoßen. Drei Temperaturvarianten decken gemeinsam 485 bis 2200 °C ab; je nach Ausführung stehen 150:1 oder 300:1 optische Auflösung zur Verfügung. Die Ansprechzeit von 1 ms eignet sich auch für schnelle Hochtemperaturprozesse, während der Doppellaser Größe und Position des Messflecks sichtbar macht.

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Was ist das Optris CTlaser 1M und wofür wurde es entwickelt?

Bei heißen Metalloberflächen ist die Wellenlänge ein wesentlicher Teil der Messaufgabe. Metalle können je nach Legierung, Oxidation, Rauheit und Oberflächenzustand stark unterschiedliche Emissionsgrade aufweisen. Kurzwellig messende Pyrometer reagieren bei hohen Temperaturen weniger empfindlich auf solche Emissionsgradabweichungen als langwellige Sensoren. Das CTlaser 1M nutzt dafür einen Spektralbereich von 1,0 µm und ist für heiße Metalle, Metalloxide, Keramiken und Halbleiter vorgesehen.

Der Sensor ist zweiteilig aufgebaut: Messkopf und Elektronikbox sind getrennt. Die Elektronik übernimmt Anzeige, Parametrierung und Schnittstellenanbindung, während der Messkopf an der eigentlichen Messstelle positioniert wird. Das Doppellaser-Visier zeigt den Messfleck am Objekt und erleichtert damit die Ausrichtung bei kleinen Zielbereichen oder größeren Arbeitsabständen.

Die 1M-Familie besteht aus drei Temperaturvarianten. CTlaser 1ML misst von 485 bis 1050 °C und arbeitet mit 150:1. CTlaser 1MH deckt 650 bis 1800 °C ab, CTlaser 1MH1 800 bis 2200 °C; beide bieten 300:1. Alle drei Varianten erreichen 1 ms Ansprechzeit. Der auf der Produkt-Card genannte Bereich von 485 bis 2200 °C beschreibt deshalb die Familienabdeckung und nicht den Messbereich eines einzelnen Geräts.

Wann passt das CTlaser 1M zu meiner Messaufgabe?

Am Anfang steht das Material. Das CTlaser 1M ist für heiße metallische und keramische Oberflächen vorgesehen, bei denen eine kurze Messwellenlänge von 1,0 µm zur Messaufgabe passt. Bei Metallen müssen insbesondere Legierung, Oxidationszustand und Oberflächenbeschaffenheit berücksichtigt werden, weil sie den Emissionsgrad und damit die Infrarotmessung beeinflussen.

Danach entscheidet das tatsächliche Temperaturfenster über die Variante. 1ML beginnt bereits bei 485 °C und reicht bis 1050 °C. Für höhere Temperaturen stehen 1MH bis 1800 °C und 1MH1 bis 2200 °C zur Verfügung. Die Varianten sollten nicht allein nach möglichst großem Messbereich gewählt werden, sondern so, dass der relevante Prozessbereich technisch sinnvoll abgedeckt wird.

Messabstand und Zielgröße bestimmen die Optik. 1ML bietet 150:1; 1MH und 1MH1 erreichen 300:1 und können dadurch kleinere Messflächen aus größerem Abstand erfassen. Der Messfleck muss vollständig innerhalb der tatsächlich zu messenden Oberfläche liegen. Für sehr kleine Zielbereiche stehen je nach Konfiguration Close-Focus-Optiken zur Verfügung.

Auch die Prozessdynamik spielt eine Rolle. Mit 1 ms Ansprechzeit kann das CTlaser 1M schnelle Temperaturänderungen erfassen. Bei bewegten Teilen muss dennoch sichergestellt sein, dass das Messobjekt lange genug und vollständig im Messfeld liegt.

Innerhalb der CTlaser-Metallserie ist die Wellenlänge ein wichtiges Abgrenzungskriterium. Für sehr heiße beziehungsweise flüssige Metalle ab 1000 °C ist das CTlaser 05M mit 525 nm zu prüfen. Wenn Metalltemperaturen unterhalb von 485 °C erfasst werden sollen, verschieben CTlaser 2M mit 1,6 µm und CTlaser 3M mit 2,3 µm den Einsatzbereich zu niedrigeren Temperaturen.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Material und Oberflächenzustand, Temperaturfenster, Prozessgeschwindigkeit, Arbeitsabstand und Größe der Messfläche werden gemeinsam betrachtet. Daraus lassen sich passende 1M-Variante und Optik ableiten – oder es zeigt sich, dass 05M, 2M, 3M beziehungsweise ein anderes Messprinzip für die Anwendung geeigneter ist.

Wie lässt sich das CTlaser 1M in Maschine und Prozess integrieren?

Die getrennte Bauform von Messkopf und Elektronik schafft Spielraum bei der Maschinenintegration. Der Messkopf wird auf die relevante Prozessstelle ausgerichtet; die Elektronikbox kann dort montiert werden, wo Anzeige, Parametrierung und elektrische Anschlüsse gut zugänglich sind. Der Temperaturwert lässt sich anschließend für Regelung, Grenzwertüberwachung, Qualitätskontrolle oder Prozessdatenerfassung nutzen.

Für die direkte Übergabe an eine Steuerung stehen analoge Strom-, Spannungs- und Thermoelement-Ausgänge zur Verfügung. Für digitale Kommunikation und Anlagenvernetzung unterstützt die CTlaser-Plattform unter anderem USB, RS232, RS485, Modbus RTU, Profibus sowie industrielle Ethernet-Protokolle wie PROFINET, EtherNet/IP und Modbus TCP. Welche Schnittstelle sinnvoll ist, hängt davon ab, ob lediglich ein Temperaturwert verarbeitet oder zusätzlich Parametrierung, Diagnose und Prozessdaten eingebunden werden sollen.

Compact Connect beziehungsweise IRmobile ermöglichen Parametrierung und Messwertdarstellung. Signalverarbeitungsfunktionen wie Mittelwertbildung, Peak Hold, Valley Hold und erweiterte Hold-Funktionen können genutzt werden, um die Messwertausgabe an den Prozess anzupassen.

Was wir bei der Integration konkret klären: Einbauposition, Messgeometrie, Optik und erforderliches Schutz- oder Montagezubehör werden mit Ausgangssignal, Kommunikationsschnittstelle und der vorgesehenen Nutzung des Temperaturwerts in der Steuerung abgestimmt.

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