Optris CT 1M Pyrometer

  • Eignung: Heiße Metalle, Metalloxide und Keramik
  • Messbereich: 485–2200 °C, abhängig von Variante
  • Spektrum: 1,0 µm
  • Optik: 40:1 oder 75:1
  • Ansprechzeit: 1 ms
  • Messkopf: -20 bis +100 °C

Das Optris CT 1M ist ein zweiteiliges Industriepyrometer für die berührungslose Temperaturmessung heißer Metalle, Metalloxide und keramischer Oberflächen. Die kurze Messwellenlänge von 1,0 µm reduziert den Einfluss niedriger oder schwankender Emissionsgrade gegenüber langwelligen Pyrometern und ist damit besonders für Hochtemperaturprozesse an metallischen Werkstoffen geeignet. Je nach Ausführung deckt das CT 1M Messbereiche von 485 bis 2200 °C ab. Der kompakte M12-Messkopf arbeitet mit 1 ms Ansprechzeit und kann bis 100 °C Umgebungstemperatur eingesetzt werden; die separate Elektronik stellt analoge und optionale digitale Schnittstellen für die Maschinenintegration bereit.

Hinweis zur Produktgeneration: Die Optris CT-Serie wird zum Jahresende 2026 abgekündigt. Für bestehende CT-1M-Anwendungen bleibt diese Seite als technische Orientierung erhalten. Bei Neuprojekten und Ersatzbeschaffungen sollte die aktuelle CTi-1M-Generation geprüft werden. Eine Migration ist anhand von Temperaturbereich, Optik, Schnittstellen, Mechanik und Parametrierung zu qualifizieren; CTi 1M ist nicht ungeprüft als 1:1-Ersatz zu behandeln.

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Warum ist eine kurze Messwellenlänge bei heißen Metallen sinnvoll?

Metallische Oberflächen sind für die Infrarot-Temperaturmessung anspruchsvoll, weil ihr Emissionsgrad niedrig sein und sich mit Oberfläche, Oxidation, Temperatur oder Bearbeitungszustand verändern kann. Bei langen Messwellenlängen können solche Änderungen den Messwert stärker beeinflussen. Das CT 1M arbeitet deshalb bei 1,0 µm. Für ausreichend heiße Metalloberflächen verbessert die kurze Wellenlänge die Messstabilität gegenüber vielen langwelligen Sensoren.

Die Wellenlänge allein löst die Messaufgabe trotzdem nicht. Oberflächenzustand, Sichtwinkel, Reflexionen aus der Umgebung, Messfleck und Temperaturfenster müssen zusammen betrachtet werden. Bei stark wechselnden Bedingungen kann außerdem zu prüfen sein, ob ein Verhältnispyrometer die robustere Messstrategie darstellt.

Innerhalb des CT 1M stehen drei Temperaturvarianten zur Verfügung: CT 1ML für 485–1050 °C, CT 1MH für 650–1800 °C und CT 1MH1 für 800–2200 °C. Die Variante sollte deshalb nach dem real benötigten Prozessfenster gewählt werden – nicht allein nach dem maximal möglichen Messbereich.

Wann passt das CT 1M zu meiner Metallanwendung?

Das CT 1M passt besonders zu fest installierten Hochtemperaturmessungen an Stahl, Eisen, Nickel, Wolfram, Metalloxiden, Keramik und vergleichbaren heißen Oberflächen. Mit 1 ms Ansprechzeit und 1000 Hz Abtastfrequenz kann es auch schnelle Temperaturänderungen erfassen. Je nach Variante stehen 40:1 oder 75:1 optische Auflösung zur Verfügung; Close-Focus-Optionen ermöglichen kleine Messflecken im Nahbereich.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Werkstoff und Oberflächenzustand, niedrigste und höchste Prozesstemperatur, Arbeitsabstand, erforderlicher Messfleck, Prozessgeschwindigkeit, Reflexionsumgebung und Einbauraum. Daraus ergibt sich, ob CT 1M grundsätzlich passt, welche Temperaturvariante und Optik benötigt werden und ob CTi 1M oder eine andere Pyrometerplattform für das Projekt sinnvoller ist.

Wie lässt sich das CT 1M in Maschine und Prozess integrieren?

Der nur Ø12 × 35 mm große M12-Messkopf lässt sich auch bei begrenztem Bauraum nahe an der Messstelle integrieren. Die separate Elektronik kann zugänglich außerhalb der unmittelbaren Prozesszone montiert werden. Der Messkopf ist austauschbar und für -20 bis +100 °C Umgebung spezifiziert.

Die Elektronik stellt 0–20 mA, 4–20 mA, 0–5 V, 0–10 V sowie Thermoelement K/J bereit. Optional sind USB, RS232, RS485, Profibus, Ethernet und Relais verfügbar; unterstützt werden unter anderem EtherNet/IP, Ethernet TCP, Modbus TCP, Modbus RTU und PROFINET. Compact Connect und IRmobile dienen zur Konfiguration und Auswertung.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition, Sichtlinie, Messfleck und Arbeitsabstand werden mit Bauraum, Prozessbewegung, Umgebungstemperatur, Kabelweg und Steuerungsschnittstelle abgestimmt. Bei reflektierenden Metalloberflächen gehört zusätzlich die thermische Umgebung in die Bewertung, damit Fremdstrahlung nicht unbemerkt den Messwert dominiert.

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