Optris CT 4M Pyrometer

  • Eignung: Schnelle Prozesse und anspruchsvolle Materialien bei niedrigen Temperaturen
  • Messbereich: 0–500 °C
  • Spektrum: 2,2–6,0 µm
  • Optik: 10:1
  • Ansprechzeit: 300 µs
  • Belichtungszeit: 90 µs
  • Abtastrate: 3.300 Hz

Das Optris CT 4M ist ein schnelles zweiteiliges Industriepyrometer für berührungslose Temperaturmessungen von 0 bis 500 °C. Seine Besonderheit ist der mittelwellige Spektralbereich von 2,2 bis 6,0 µm: Damit lässt sich das Gerät für Materialien einsetzen, bei denen klassische langwellige LT-Pyrometer an Grenzen stoßen können – darunter Metalle, Metalloxide, Keramiken sowie Oberflächen mit unbekanntem oder wechselndem Emissionsgrad. Mit 90 µs Belichtungszeit, 300 µs Ansprechzeit und einer Abtastrate von 3.300 Hz ist das CT 4M für schnelle thermische Vorgänge und kurze Taktzeiten ausgelegt.

Hinweis zur Produktgeneration: Die CT-Serie wird zum Jahresende 2026 abgekündigt. Für bestehende CT-4M-Anwendungen bleibt diese Seite als technische Orientierung erhalten. Bei Neuprojekten und Ersatzbeschaffungen sollte die aktuelle CTi-4M-Generation geprüft werden. Eine Migration ist anhand von Messbereich, Optik, Schnittstellen, Einbausituation und Parametrierung zu bewerten; eine ungeprüfte 1:1-Austauschbarkeit wird nicht vorausgesetzt.

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Warum ist der Spektralbereich des CT 4M für schwierige Materialien interessant?

Bei Metallen, Metalloxiden, Keramiken oder Oberflächen mit wechselndem Emissionsgrad reicht die reine Angabe des Temperaturbereichs nicht aus. Entscheidend ist auch, in welchem Wellenlängenbereich das Pyrometer misst. Das CT 4M arbeitet mit einem InAsSb-Detektor im mittelwelligen Bereich von 2,2 bis 6,0 µm und ist damit gezielt für anspruchsvollere Messaufgaben im unteren Temperaturbereich ausgelegt.

Optris positioniert das CT 4M als Alternative zu langwelligen LT-Sensoren, wenn schnelle Niedertemperaturmessungen an solchen Materialien gefordert sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass wechselnde Emissivität automatisch kompensiert wird. Material, Oberflächenzustand und Prozess müssen weiterhin bewertet und der Emissionsgrad sinnvoll eingestellt werden.

Für die Auswahl ist deshalb zuerst zu klären, welches Material tatsächlich gemessen wird, wie sich seine Oberfläche im Prozess verändert und ob der gewählte Spektralbereich die Messunsicherheit gegenüber einer langwelligen Lösung reduziert.

Wann ist die hohe Messgeschwindigkeit wirklich relevant?

Das CT 4M verbindet eine Belichtungszeit von 90 µs mit einer Ansprechzeit von 300 µs und einer Abtastrate von 3.300 Hz. Diese Kombination ist relevant, wenn Temperaturänderungen nur sehr kurz auftreten oder sich das Messobjekt schnell durch das Sichtfeld bewegt. Typische Fragestellungen entstehen bei schnellen Fertigungsprozessen, kurzen Maschinentakten oder dynamischen Erwärmungs- und Abkühlvorgängen.

Eine hohe Sensorgeschwindigkeit allein garantiert jedoch noch keine belastbare Prozessinformation. Messfleck, Objektgeschwindigkeit, Signalauswertung und die nachgelagerte Steuerung müssen zur Dynamik des Prozesses passen. Wird beispielsweise ein sehr kleines Objekt nur für einen kurzen Zeitraum erfasst, entscheidet die gesamte Messkette darüber, ob der Temperaturpeak tatsächlich erkannt und nutzbar ausgegeben wird.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Prozessgeschwindigkeit, verfügbare Messzeit, Objektgröße, Arbeitsabstand, Messfleck und benötigte Ausgangsdynamik werden gemeinsam betrachtet. So lässt sich beurteilen, ob die Geschwindigkeit des CT 4M in der realen Anwendung einen technischen Vorteil bringt.

Wie wird das CT 4M in Maschine und Anlage integriert?

Das CT 4M besteht aus einem kompakten Messkopf und einer separaten Elektronikbox. Der Messkopf misst nur 14 mm im Durchmesser und 28 mm in der Länge und lässt sich dadurch auch bei begrenztem Einbauraum positionieren. Die feste 10:1-Optik erzeugt beispielsweise einen Messfleck von 40 mm bei 400 mm Abstand; mit CF-Optik sind kleinere Messflecken im Nahbereich möglich.

Die Elektronik stellt wählbare Analogausgänge und optionale digitale Schnittstellen bereit. Optris nennt USB, RS232, RS485, Ethernet und Relais sowie je nach Schnittstellenkonfiguration unter anderem EtherNet/IP, Ethernet TCP, Modbus TCP, Modbus RTU und Profinet. Für Konfiguration und Auswertung werden CompactPlus Connect und IRmobile unterstützt.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messabstand und Messfleck, mechanische Position, Sicht auf das Messobjekt, benötigte Reaktionszeit, Ausgangssignal und Steuerungsschnittstelle. Bei verschmutzter oder thermisch belasteter Umgebung werden zusätzlich Schutz-, Luftspül- oder Kühlkonzepte geprüft.

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