Optris CT P3 Pyrometer

  • Eignung: Sehr dünne Kunststofffolien
  • Messbereich: 50–400 °C
  • Spektrum: 3,43 µm
  • Optik: 15:1
  • Ansprechzeit: 100 ms
  • Messkopf: Ø 29,5 × 35 mm · bis 75 °C Umgebung

Das Optris CT P3 ist ein zweiteiliges Industriepyrometer für die berührungslose Temperaturmessung sehr dünner Kunststofffolien. Der schmalbandige Spektralbereich von 3,43 µm nutzt ein charakteristisches Absorptionsband zahlreicher Kunststoffe und ermöglicht dadurch Messungen an Folien, die im üblichen langwelligen Infrarotbereich teilweise transparent sind. Das CT P3 deckt 50 bis 400 °C ab, arbeitet mit 15:1 Optik und 100 ms Ansprechzeit. Damit eignet es sich unter anderem für Thermoform-, Extrusions- und weitere Folienprozesse, bei denen die Temperatur der dünnen Kunststoffbahn zuverlässig erfasst werden muss.

Hinweis zur Produktgeneration: Die CT-Serie wird zum Jahresende 2026 abgekündigt. Für bestehende CT-P3-Anwendungen bleibt diese Seite als technische Orientierung erhalten. Bei Neuprojekten und Ersatzbeschaffungen sollte die aktuelle CTi-P3-Generation geprüft werden. Eine Migration ist anhand von Messbereich, Messoptik, Schnittstellen, Einbausituation und Prozessdynamik zu bewerten; eine ungeprüfte 1:1-Austauschbarkeit wird nicht vorausgesetzt.

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Warum benötigen sehr dünne Kunststofffolien einen speziellen Spektralbereich?

Kunststoffe lassen sich nicht allein über die Materialbezeichnung beurteilen. Dicke, Pigmentierung und Messwellenlänge bestimmen, wie viel Infrarotstrahlung absorbiert, emittiert oder durch das Material hindurchgelassen wird. Optris weist darauf hin, dass Kunststoffe mit mehr als etwa 0,4 mm Dicke sowie pigmentierte Folien häufig im langwelligen Bereich von 8–14 µm gemessen werden können. Sehr dünne Folien können dort dagegen transparent sein.

Das CT P3 arbeitet deshalb schmalbandig bei 3,43 µm. In diesem Bereich besitzen unter anderem PE, PP, Cellophan, PS, PMMA, PC, PET und PVC ein für die Temperaturmessung nutzbares Absorptionsband. Dadurch wird die Folie für die Messung optisch wirksamer, obwohl sie in anderen Infrarotbereichen teilweise durchlässig sein kann.

Die Materialliste ist keine pauschale Freigabe für jede Folie. Additive, Pigmente, Mehrschichtaufbauten, Folienstärke und Prozessbedingungen können das Spektralverhalten verändern. Vor der Auslegung sollte deshalb geklärt werden, welches Material und welcher reale Folienaufbau gemessen werden.

Wann ist CT P3 die richtige Wahl – und wann nicht?

CT P3 ist vor allem dann interessant, wenn eine dünne Kunststofffolie berührungslos gemessen werden soll und eine langwellige Standardmessung wegen der Transparenz des Materials keine stabile Temperaturinformation liefert. Typische Aufgaben entstehen beim Thermoformen, bei Extrusions- und Beschichtungsprozessen oder bei kontinuierlich laufenden Folienbahnen.

Bei dickeren oder stark pigmentierten Kunststoffen kann dagegen ein langwelliges Pyrometer ausreichend oder sogar einfacher auszulegen sein. Optris nennt für Kunststoffe mit mehr als 0,4 mm Dicke sowie pigmentierte Folien den langwelligen Bereich als grundsätzlich geeignete Messstrategie. Für Materialien wie Polyurethan, Teflon/FEP oder Polyamid verweist Optris zudem auf ein anderes Absorptionsband um 7,9 µm.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Kunststofftyp, Folienstärke, Pigmentierung, Schichtaufbau, Temperaturbereich, Bahngeschwindigkeit, Messabstand und Messfleck. Daraus lässt sich ableiten, ob 3,43 µm tatsächlich die passende spektrale Lösung ist.

Wie wird das CT P3 in einen Folienprozess integriert?

Das CT P3 besitzt eine feste 15:1-Optik. Optris nennt für die Standardoptik einen Messfleck von 26,7 mm bei 400 mm Abstand. Das Messobjekt sollte das Sichtfeld vollständig ausfüllen; bei schmalen Bahnen oder kleinen Messzonen muss deshalb der Arbeitsabstand zur verfügbaren Messfläche passen.

Der Messkopf ist von der Elektronik getrennt und wird mit 3 m oder 8 m Kabel angeboten. Die Elektronik stellt analoge Ausgänge sowie USB, RS232, RS485, Profibus, Ethernet und Relaisoptionen bereit. Unterstützt werden unter anderem EtherNet/IP, Ethernet TCP, Modbus TCP, Modbus RTU, Profinet und Profibus. Compact Connect und IRmobile dienen der Konfiguration und Auswertung.

Was wir bei der Integration konkret klären: stabile Sicht auf die Folienbahn, Messwinkel, Abstand und Messfleck, Bahngeschwindigkeit, Umgebungstemperatur, Verschmutzung und benötigte Schnittstelle. Bei dynamischen Prozessen muss zusätzlich geprüft werden, ob 100 ms Ansprechzeit zur verfügbaren Messzeit passen.

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