Abgekündigtes Produkt

Der Optris CT P7 ist noch bis Dezember 2026 verfügbar. Anschließend wird die bisherige CT-Serie durch die neue CTi-Generation abgelöst. Für den CT P7 steht der Optris CTi P7 als Nachfolgemodell zur Verfügung.Bei bestehenden Anwendungen sollte vor der Umstellung geprüft werden, ob Messaufgabe, Optik und Integration mit der neuen Gerätegeneration passend abgebildet werden.Sie suchen eine aktuelle Lösung für Ihre Anwendung? Sprechen Sie uns an.

Optris CT P7 Pyrometer

  • Eignung: Dünne Kunststofffolien
  • Temperaturbereich: 0–710 °C
  • Spektralbereich: 7,9 µm
  • Optische Auflösung: 10:1
  • Einstellzeit: 150 ms
  • Umgebungstemperatur Messkopf: -20 bis +85 °C

Das Optris CT P7 ist ein zweiteiliges Industriepyrometer für die berührungslose Temperaturmessung dünner Kunststofffolien von 0 bis 710 °C. Entscheidend ist nicht allein der Temperaturbereich, sondern der schmalbandige Spektralbereich von 7,9 µm: Sehr dünne Folien können im üblichen langwelligen Infrarotbereich teilweise transparent sein und dadurch eine zuverlässige Oberflächentemperaturmessung erschweren. Das CT P7 nutzt eine materialspezifische Absorptionsbande und ist damit für geeignete dünne Kunststoffmaterialien wie FEP, PI, PMMA, PC, PET und PVC ausgelegt. Der kompakte Messkopf arbeitet bis 85 °C Umgebungstemperatur ohne Kühlung; die separate Elektronik stellt analoge und optionale digitale Schnittstellen für die Integration in Maschinen und Anlagen bereit.

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Warum braucht die Temperaturmessung dünner Folien eine passende Wellenlänge?

Bei Kunststofffolien entscheidet die optische Eigenschaft des Materials darüber, ob ein Standardpyrometer tatsächlich die Folienoberfläche misst. Dickere oder pigmentierte Kunststoffe lassen sich häufig im langwelligen Bereich von 8 bis 14 µm erfassen. Sehr dünne Folien können dort jedoch einen relevanten Anteil der Umgebungs- oder Hintergrundstrahlung durchlassen. Der Messwert kann dann nicht mehr eindeutig der Folienoberfläche zugeordnet werden.

Das CT P7 arbeitet deshalb schmalbandig bei 7,9 µm. Optris nennt unter anderem FEP, PI, PMMA, PC, PET und PVC als Materialien, die in diesem Bereich eine für die Messung geeignete Absorption aufweisen. Die Produktwahl sollte trotzdem nicht allein über den Werkstoffnamen erfolgen: Folientyp, Dicke, Pigmentierung, Beschichtung und Prozessaufbau können das spektrale Verhalten verändern.

Für andere Kunststoffgruppen kann deshalb eine andere Wellenlänge die bessere Wahl sein. Innerhalb der Optris-Plattform ist beispielsweise CT P3 mit 3,43 µm für andere dünne Kunststoffmaterialien ausgelegt. Entscheidend ist somit nicht „Kunststoff messen“, sondern welche Folie unter welchen Prozessbedingungen gemessen werden soll.

Wann passt das CT P7 zu meiner Folienanwendung?

Das CT P7 passt besonders zu kontinuierlichen Folienprozessen, Thermoformanwendungen und anderen Maschinenaufgaben, bei denen eine geeignete Kunststofffolie berührungslos zwischen 0 und 710 °C überwacht werden soll. Die 10:1-Optik erreicht mit Standardoptik beispielsweise 40 mm Messfleck bei 400 mm Abstand. Für sehr kleine Messbereiche steht eine Close-Focus-Optik mit 1,2 mm bei 10 mm zur Verfügung.

Die Messgeometrie bleibt dabei genauso wichtig wie die Wellenlänge. Der relevante Folienbereich sollte das Sichtfeld vollständig ausfüllen; Hintergrund, Rollen, Heizflächen oder andere Objekte dürfen die Messung nicht unerwünscht beeinflussen. Bei bewegten Bahnen muss außerdem geprüft werden, ob 150 ms Ansprechzeit und 7 Hz Abtastfrequenz zur Prozessgeschwindigkeit und zur Größe des Messfelds passen.

Der Messkopf ist für -20 bis +85 °C spezifiziert, die separate Elektronik für 0 bis +85 °C. Diese Trennung ist bei der Einbauplanung wichtig: Der kompakte Kopf kann nahe am Prozess sitzen, während die Elektronik an einer zugänglichen und thermisch geeigneten Position montiert wird.

Was wir bei der Auswahl konkret klären: Kunststofftyp, Folienstärke, Pigmentierung oder Beschichtung, Temperaturfenster, Messfleck, Arbeitsabstand, Bahnbewegung und Hintergrund werden gemeinsam betrachtet. Daraus lässt sich ableiten, ob 7,9 µm die passende Wellenlänge ist, welche Optik benötigt wird und ob CT P7 oder eine andere Kunststoff-Pyrometerplattform die Messaufgabe besser löst.

Wie lässt sich das CT P7 in Maschine und Prozess integrieren?

Das CT P7 trennt den kompakten M18-Messkopf von der Elektronikbox. Die Elektronik bietet Programmiertasten und ein beleuchtetes Display und stellt je nach Konfiguration 0/4–20 mA, 0–5 V, 0–10 V sowie Thermoelement K oder J bereit. Optional sind USB, RS232, RS485, Relais, Profibus sowie Ethernet-basierte Protokolle verfügbar.

Compact Connect und IRmobile unterstützen Parametrierung und Auswertung. Für die Messwertverarbeitung stehen unter anderem Mittelwert, Peak Hold, Valley Hold, Advanced Peak Hold und Triggerfunktionen zur Verfügung. Damit kann das Ausgangssignal an kontinuierliche oder taktende Prozesse angepasst werden.

Mechanisch sind neben Standard- und Close-Focus-Optik auch Montage-, Visier-, Luftspül- und Kühlkomponenten relevant. Gerade bei Folienanlagen können Staub, Dämpfe, Prozesswärme oder ein ungünstiger Blickwinkel die optische Messung stärker beeinflussen als die elektrische Schnittstelle.

Für die CT-P7-Messung weist Optris zusätzlich darauf hin, dass das Sensorkopfkabel während der Messung nicht bewegt werden sollte. Bei industrieller Verkabelung sind Schirmung und Erdung deshalb Teil einer störungsarmen Integration.

Was wir bei der Integration konkret klären: Messposition und Sichtlinie werden mit Folienführung, Arbeitsabstand, Umgebungstemperatur, Verschmutzung, Kabelweg und Steuerungsschnittstelle abgestimmt. Ziel ist eine Messstelle, bei der sowohl die spektrale Eignung der Folie als auch die reale Maschinengeometrie belastbar zusammenpassen.

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